Die Stapelplanung ist ein zentrales Modul zur Planung von Touren und Umläufen in VIA. Sie ermöglicht die automatisierte Generierung effizienter Touren auf Grundlage von Fahrtanforderungen an Anträgen.

Ziel ist es, unter Berücksichtigung von Startadressen, Schuladressen und Uhrzeiten optimale Routen zu erstellen.

1. Daten vorbereiten

1.1 Unterrichtszeiten an Schulen hinterlegen

Die Unterrichtszeit einer Schule dient als zeitliche Grundlage für die Tourenplanung. Die hier angegebenen Zeiten werden an der Fahrtanforderung dann zur Auswahl gestellt.

1.2 FSV-Fahrtanforderungen anlegen

Die Grundlage jeder Planung bilden:

  • Anträge von Schülern, die befördert werden sollen

  • FSV-Fahrtanforderungen an den Anträgen mit Angaben zu:

    • Wohnanschrift/Haltestelle/Adresse/Schule

    • Schulstandort/Haltestelle/Adresse/Wohnanschrift

    • Beförderungstagen

    • Unterrichtszeiten

Beim Erstellen der Fahrtanforderung wählen Sie unter Tour [VIA] Stapelplanung aus. Wählen Sie unter Unterricht die jeweiligen Zeiten aus, die Sie vorher unter Spezifikationen an den Stammdaten der Schulen hinterlegt haben.

2. Stapelplanung vorbereiten

Die Stapelplanung rufen Sie unter Planung & Maps auf.

Im ersten Schritt wählen Sie die Schüler (Button Schüler wählen) aus, die in der Stapelplanung berücksichtigt werden sollen.

Dabei sollte die Auswahl möglichst gezielt nach Wochentagen und Unterrichtszeiten erfolgen – vor allem dann, wenn sich die Fahrzeiten oder Anwesenheitstage der Schüler stark voneinander unterscheiden.

Filter sind dafür da, um Schüler und Schülerinnen zu sammeln, die Gemeinsamkeit in mind. einem Punkt haben (Schulbeginn, Schule, Wohnort, Region etc.)

📌 Beispiel:

  • Müssen alle Schüler jeden Tag zur gleichen Zeit zur Schule, reicht eine grobe Auswahl meist aus.

  • Haben Schüler jedoch abweichende Rückfahrtzeiten an einzelnen Tagen, ist eine feinere Filterung nach Tagen und Uhrzeiten empfehlenswert, um sinnvolle Touren zu erstellen.

Je besser die Schüler hinsichtlich ihrer Fahrzeiten und Zielschulen zueinander passen, desto sinnvoller und effizienter ist das spätere Planungsergebnis.

3. Stapelplanung durchführen

Allgemeine Funktionsweise

Als Erstes klicken Sie auf Schüler wählen und filtern je nach Szenario so, dass Ihnen passende Schüler*innen zur Auswahl vorgeschlagen werden. Zu den häufigsten Szenarien unten mehr.

Sie können nun einzelne oder alle Personen anwählen, indem Sie eine Zeile anwählen und die letzte in der Liste mit Umschalt-Klick. Fügen Sie diese zur Stapelplanung hinzu (Button Anzahl X hinzufügen).

Sie sehen nun in der 1. Spalten alle Schüler mit Informationen zu Einstieg, Ausstieg und Schule. An dieser Stelle können Sie auch noch Schüler aus der Stapelplanung entfernen bzw. Anpassungen an Sitzplätzen, Einstiegszeitdauer oder abweichenden Ankunft- bzw. Abfahrtszeiten (zukünftig, da in Entwicklung) durchführen.

In der mittleren Spalte können Sie nun die gewünschten Fahrzeuge und deren Anzahl auswählen, mit dem die Schüler befördert werden sollen. Über den Reiter manuell hinzufügen können Sie Fahrzeuge mit Rollstuhlkapazität hinzufügen.

Beachten Sie, dass Sie Begleitpersonen mit berücksichtigen müssen. Schüler*innen mit Begleitperson erkennen Sie daran, dass Sie 2 Sitzplätze benötigen.

Wenn Sie Personen verplanen, die im Rollstuhl sitzen, müssen Sie das bei der Auswahl der Fahrzeuge berücksichtigen. Die Anzahl der Kinder im Rollstuhl sehen Sie oberhalb der Schülerliste.

In diesem Fall fügen Sie alle benötigten Fahrzeuge manuell hinzu. Hier können Sie Rollstuhlplätze hinzufügen.

Unter Routing-Optionen ganz rechts stellen Sie die abgebildeten Parameter ein. Für den vorliegenden Fall wurde Folgendes eingestellt:

Max. Wartezeit:

Die Zeit die ein Kind vor der spätesten Ankunftszeit da sein darf.

KFZ Speed Faktor:

Die Geschwindigkeit mit der eine Tour vollzogen werden kann. Hier können Sie bspw. Staus oder Verzögerungen im Berufsverkehr berücksichtigen.

Min. Anzahl Schüler:

Je nach Anforderung können Sie hier mindest-Besetzungen von den Fahrzeugen festlegen.

Die Standardeinstellungen für die Routing Optionen können Sie übrigens in den Systemeinstellungen → Routing-Optionen festlegen.

Nun können Sie das Szenario ausführen.

Die Stapelplanung kann in verschiedenen Varianten ausgeführt werden. Je nach Anwendungsfall sind andere Vorbereitungen nötig. Wir stellen Ihnen hier die drei gängigsten Szenarien dar.

SZENARIO 1: Hinfahrten Montag bis Freitag zur selben Uhrzeit

Für das folgende Szenario sollten Schüler ausgewählt werden, die in der Hinfahrt jeden Schultag befördert werden (Filter Hinfahrt: hat Hinfahrt-Anteil). Wochentage wurden hier nicht beachtet, da die Hinfahrt jeden Tag stattfindet. Zudem sollten nur Fahrtanforderungen, die ab dem 1.8.25 gültig sind, beachtet werden. Da in diesem Beispiel die Schüler an Haltestellen abgeholt werden, kann die Checkbox “Schüler mit gleicher Strecke zusammenfassen” gewählt werden.

Achtung: I.d.R. sollte der Stichtagsfilter Gültig am in der Zukunft liegen. Speziell, wenn Sie für ein neues Schuljahr planen, muss das Datum im neuen Schuljahr liegen, damit Sie die hochgestuften Fahrtanforderungen hier angezeigt bekommen.
Bei vorangeschrittener Planung für das folgende Schuljahr, ist es immer zu empfehlen, nur unverplante SuS zu Filtern. Setzen Sie daher am besten den Tour-Filter für [VIA] Stapelplanung.


Im Beispiel wurden nun 97 Einstiegs- bzw. Ausstiegspunkte für die gesetzte Filterung gefunden. Sie können nun einzelne oder alle Punkte auswählen, indem Sie eine Zeile anwählen und die letzte in der Liste mit Umschalt-Klick. Fügen Sie diese zur Stapelplanung hinzu (Button Anzahl X hinzufügen).

SZENARIO 2: Pro Tag und Uhrzeit eine Stapelplanung

Wenn die Zusammensetzung der Schüler in den einzelnen Touren täglich anders ist, muss für jeden Tag und Uhrzeit eine Stapelplanung durchgeführt werden.

Sie erstellen dann pro Tag und Uhrzeit eine Stapelplanung.

📊 Beispiel: Rückfahrten nach Wochentagen planen

M

D

M

D

F

S1

12:00

12:00

12:00

12:00

12:00

S2

14:00

14:00

14:00

14:00

12:00

S3

14:00

12:00

14:00

14:00

14:00

S4

14:00

14:00

14:00

12:00

14:00

1: S1
2: S2, S3, S4

1: S1, S4
2: S3, S1

1: S1
2: S2, S3, S4

1: S1, S4
2: S3, S1

1: S1, S2
2: S3, S4

Die Tabelle zeigt ein Beispiel für eine Stapelplanung mit täglich unterschiedlichen Rückfahrtzeiten (Szenario 1).

Jeder Schüler (S1–S4) hat an jedem Wochentag eine festgelegte Rückfahrtzeit. Basierend auf diesen Uhrzeiten werden für jeden Tag zwei Touren gebildet:

  • Eine frühere Rückfahrt (z. B. 12:00 Uhr)

  • Eine spätere Rückfahrt (z. B. 14:00 Uhr)

➡️ Die unterste Zeile der Tabelle zeigt, welche Schüler an welchem Tag gemeinsam in einer Tour fahren.

Beispiel Montag:

  • Tour 1: S1 fährt um 12:00 Uhr

  • Tour 2: S2, S3, S4 fahren um 14:00 Uhr

Diese Konstellationen ändern sich je nach Tag, weshalb für jeden Tag ein separates Szenario erstellt werden muss.

Die zu erstellenden Touren und Umläufe lauten wie folgt:

  1. Rückfahrt 1

    1. Mo 12:00

  2. Rückfahrt 2

    1. Mo 14:00

  3. Rückfahrt 3

    1. Di 12:00

  4. Rückfahrt 4

    1. Di 14:00

…

SZENARIO 3: Pro Uhrzeit eine Tour

Pro Uhrzeit eine Stapelplanung, aber über die Woche hin gleich

→ jeder Tag hat gleiche Schüler-Konstellationen

M

D

M

D

F

S1

12:00

13:00

11:00

13:00

15:00

S2

14:00

15:00

12:00

14:00

16:00

S3

12:00

13:00

11:00

13:00

15:00

S4

14:00

15:00

12:00

14:00

16:00

1: S1, S3
2: S2, S4

1: S1, S3
2: S2, S4

1: S1, S3
2: S2, S4

1: S1, S3
2: S2, S4

1: S1, S3
2: S2, S4

Touren & Umläufe:

  1. Rückfahrt 1

    1. Mo 12:00

    2. Di + Do 13:00

    3. Mi 11:00

    4. Fr 15:00

  2. Rückfahrt 2

    1. Mo 14:00

    2. Di 15:00

    3. Mi 12:00

    4. Do 14:00

    5. Fr 16:00

4. Szenario ausführen

Nach Ausführen des Szenarios kommen Sie in die Übersicht mit erstellten Routen. Hier sehen Sie die Gesamt-Strecke und -Dauer und ggfs. nicht verplante SuS. Sie können für jede einzelne Route die Strecke in der Karte nachvollziehen.

Es ist immer ratsam, einige Iterationen in der Stapelplanung vorzunehmen. Gehen Sie wieder in Planung zurück und versuchen Sie durch einstellen bestimmter Stellschrauben, wie maximale Zeit in Fahrzeug oder die Anzahl der Fahrzeuge, die Strecke oder Dauer zu optimieren.


Manchmal kann es tatsächlich günstiger sein, Personen auf mehrere Fahrzeuge aufzuteilen, weil die Strecke oder die Dauer sich dadurch verkürzen. Teilweise kann dies auch nötig sein, um alle SuS (auch mit Rollstuhl) zu befördern oder extreme Beförderungszeiten zu vermeiden.

5. Touren anlegen

Wenn Sie die Routen für geeignet erachten, können Sie diese als Tour anlegen. Klicken Sie dafür in der Routen-Karteikarte rechts oben auf neue Tour erstellen.


In dem darauffolgenden Dialogfeld vervollständigen Sie die Daten der Tour und können auch direkt Umläufe anlegen. Als Gültigkeit können Sie einen benutzerdefinierten Zeitraum wählen oder Sie wählen das entsprechende Schuljahr aus.

Beachten Sie hier auch das Informationsfeld bei übergebene Schüler. Fahrtanforderungen in neue Tour umsetzen bedeutet demnach, dass Fahrtanforderungen umgeschrieben werden (z.B. von Tour [VIA] unverplant in Tour 003_25).

Die 2. Option ist Zusätzliche Fahrtanforderung anlegen. Wir empfehlen Ihnen, besonders, wenn Sie z.B. bereits die Hinfahrt mit der Stapelplanung erstellt haben, die zusätzliche Fahrtanforderung anzulegen. So laufen Sie nicht die Gefahr, womöglich bestehende, bereits in Touren verplante Fahrtanforderungen, zu überschreiben.

Tipp: Schreiben Sie in den Bereich des Tournamen/der Los-Nr. immer die Jahreszahl mit hinein. So können Sie später die Touren unterscheiden von den Vorjahren.

Mit Anlegen und bearbeiten werden Sie direkt in die Tour weitergeleitet. Mit Anlegen und schließen bleiben Sie in der Stapelplanung und können ggfs. weitere Touren anlegen.


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